Maja Mittelstädt,
Robin Alexa Karg,
Yara Held,
Max Mittelstädt,
Nico Schulz
Entdecken Sie das Lab of Things – einen interaktiven Raum, um über Konsumdenken nachzudenken und bewusste Entscheidungen, Entrümpeln und verantwortungsvollen Konsum zu fördern. Orginal Englisch: Discover the Lab of Things - an interactive space for reflecting on overconsumption and embracing conscious choices, decluttering and responsible consumption.
Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Maja Mittelstädt, Yara Held, Max Mittelstädt und Nico Schulz, Studierenden und Graduierten des Studiengangs Interactive Media Design (B.A.), sowie Robin Alexa Karg, Absolventin in BWL M.Sc. mit Schwerpunkt New Media Marketing an der Hochschule Darmstadt. Das Projekt ist Teil einer erfolgreichen Bewerbung des Sziget Changemakers-Programm, das junge Teams aus Europa unterstützt, die mit innovativen Ideen kreative Antworten auf gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen entwickeln. Auf dem sechstägigen Musikfestival auf der Donauinsel mitten in Budapest präsentierten sechs verschiedene Teams jeweils zwei Tage lang ihr Projekt. Mit über 400.000 Besuchenden bot das Festival eine riesige Plattform, um auf gesellschaftspolitische Themen aufmerksam zu machen.
Im Fokus des Lab of Things steht die Annäherung an das Sustainable Development Goal 12: Responsible Consumption and Production der United Nations. Ziel ist es, dieses SDG erlebbar zu machen und dessen Bezug zum persönlichen Alltag sichtbar herzustellen. Darüber hinaus soll ein Dialog über Überkonsum angestoßen werden. Die Festivalbesuchenden werden eingeladen, über ihre persönliche Beziehung zu Besitz und Konsum nachzudenken, indem sie sich aktiv mit interaktiven Aufgaben und Fragestellungen auseinandersetzen. Im besten Fall entstehen neue Perspektiven für ein verantwortungsbewusstes Konsumverhalten, verbunden mit Freude am Entrümpeln und der Motivation zu nachhaltigem Handeln.
Die Tausch-Station sorgte für großen Andrang: Nach dem Spielprinzip von „Apfel und Ei“ tauschten die Festivalbesuchenden einen Gegenstand gegen den nächsten – immer ein Stück „wertvoller“. Was mit einem einfachen Apfel begann, verwandelte sich nach zahlreichen Tauschaktionen schließlich in ein Massagegerät. Ein spannendes Experiment mit Gesprächen darüber, welchen Wert wir je nach Kontext Dingen zuschreiben.
Ein besonderer Blickfang war die String Wall am Stand, die sich im Laufe des Festivals wie ein lebendiges Netz mit zahlreichen persönlichen Skizzen und Zeichnungen füllte. Vom Surfbrett bis zum Handy: Die Besuchenden sollten ihren wertvollsten Gegenstand visualisieren. Am Zeichentisch konnten sie verweilen, kreativ werden und dabei ins Gespräch kommen.
Eine weitere Station war die Schätzbox, gefüllt mit zahlreichen Alltagsgegenständen. Die Festivalbesuchenden waren eingeladen zu schätzen, wie viele Dinge sich in dieser kleinen Box befinden. Die Box diente als anschaulicher Vergleich: Wenn schon in so wenig Raum so viele Gegenstände Platz finden, wie viele ungenutzte Dinge stapeln sich dann erst in einem Zimmer oder gar in einem ganzen Haus?
Ebenfalls zu spannenden Diskussionen kam es am Tisch mit kuratierten Alltagsgegenständen von einer Zahnbürste, einen Uhr bis zu einem Kuscheltier. Die Teilnehmenden markierten mit roten und blauen Stickern, welche drei Dinge sie im Notfall aus einem brennenden Haus retten oder auf eine einsame Insel mitnehmen würden. So entstand nach und nach visuell eine kollektive Landkarte, die die persönlichen Werte, Prioritäten und unterschiedliche Bedeutungen alltäglicher Gegenstände der Festivalbesuchenden sichtbar machte.
Am Ende des Festivals entschieden die Besuchenden selbst, welches der sechs Projekte sie am meisten überzeugte. Das Lab of Things erreichte dabei am 10. und 11. August über 570 Menschen und zeigte, wie groß das Interesse an den Themen Überkonsum und Nachhaltigkeit ist. Zudem erhielt das Lab of Things die meisten Stimmen und ging damit als Gewinner des diesjährigen Sziget Changemakers-Programms 2025 hervor. Das Team erhält dadurch die Möglichkeit, das Sziget Festival erneut im nächsten Jahr zu besuchen.